Seit heute geistert ein Gespenst durch Dortmund: Die Prohibition. Das Trinken von Alkohol soll in Dortmund verboten werden. Was sich zunächst anhört wie ein schlechter Scherz, entnommen aus einer Simpsons- Folge, könnte nun Realität werden. Die Verwaltung hat in den vergangenen Wochen nach zahlreichen Einsparungsmöglichkeiten gesucht und viele neue Einnahmequellen aufgetan bzw. diese stärker zum Sprudeln gebracht. Nun aber gibt es mit dem Verbot von Alkohol einen neuen Vorstoß, der in eine gänzlich andere Richtung zielt. Durch die Möglichkeit ein Projekt einzurichten könne man, so die Idee, einige Hindernisse aus dem Wege räumen.
“Die Skandinavier haben vor vielen Jahren schon erkannt, dass durch den Konsum von Alkohol die Volkswirtschaft geschädigt wird. Leider ist die Alkoholsteuer nicht in Obhut der Kommunen,” kommentierte mir Sieglinde Schmidt den Vorstoß. Weiter berichtete sie davon, dass durch die Abstinenz von Alkohol große Summen eingespart werden könnten und langfristig eine gesündere Bevölkerung in Dortmund erreicht werden würde.
Durch die baldige Schließung von etwaigen Saufräumen, Einsparungen im Reinigungssektor und mittelfristig den Rückbau von Hilfeeinrichtungen könne eine ziemlich große Summe eingespart werden. Zudem gibt es erste Gespräche mit der Drogenbeauftragten, ob es Fördergelder geben könne. Hier ist insbesondere ein Zusammenspiel mit etwaigen EU- Fördermitteln denkbar. Wenn es nach dem Willen der Ideengeber ginge, so würden diese Gelder insbesondere für die ersten Monate eingesetzt, um die Prohibition im Dortmunder Stadtgebiet durchzusetzen. “Wir müssen entsprechend mehr Ordnungskräfte in der Stadt einsetzen und die wollen ebenfalls bezahlt werden,” ist dazu etwas lapidar aus dem Umfeld des Ordnungsamtes zu hören.
Ich sage nur: Erst die Raucher und Raucherinnen nun die Kneipengänger und Kneipengängerinnen. Ich bin entsetzt ob der Ideen die einige Politiker und Politikerinnen so entwickeln. Ich kann letztlich verstehen, dass es einen akuten Sparzwang für die Städte gibt. Jedoch darf eine Kommune doch niemals seine Attraktivität verlieren. Zu gut erinnere mich doch noch an die Rauchverbotsdiskussionen. Mit dem Alkoholverbot droht damit das Ende der Partyszene in Dortmund und zugleich das Aufblühen des Schwarzmarktes. Kann dies das Ziel einer seriösen Stadtpolitik sein?
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