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06
Aug
10

Ich geh dann mal Laufen I Prolog

“Jeden Tag”, antwortete mir mein Gegenüber auf die spöttische Frage, wie häufig die Strecke in Angriff genommen wird. Er würde jeden Tag seine Runden im Park drehen. Für ihn sei der Park auch nicht zum Chillen da, sondern um dort seinen “Auslauf” zu bekommen. Ich schaute skeptisch und wahrscheinlich abwertend. Er hatte “Auslauf” gesagt. Wie ein Haustier schien er sich zu definieren.
Ein Läufer war ich nie. Joggen, Walken, Rennen, etc. wirkten auf mich eher wie eine kostenlose Slap- Stick Vorstellung der Menschen von nebenan. “Amateur- Pornographie für Freizeitsport” wenn man so will. Menschen, die sich plötzlich überlegen, dass sie ja einfach mal ein bisschen “Rennen” könnten. Der Bewegungsablauf ähnelt dabei aber nicht selten dem eines stockenden Dieselmotors, die Gesichtsfarbe nicht selten eines überhitzten Heizkessel und die Sportkleidung dem Schlafanzug. Alternativ gibt es natürlich jene, die sich von Kopf bis Fuß mit Themorkleidung ausstatten und den Eindruck machten, sie wollten den Marathon gewinnen. Dazu eine möglichst grimmige Mimik und perfekt ist der Klischeeläufer in meiner Vorstellung und meiner Beobachtung.
Das Joggen ist eine Bewegung geworden. Diverse Gruppen und Gruppierungen, Freunde, Nachbarn, Kollegen nehmen für sich in Anspruch “gerne” Laufen zu gehen. Mindestens 3km, aber eigentlich sind 10 das Ziel – und der Durchschnitt; mindestens einmal die Woche. Ich traue den meisten Aussagen nicht über den Weg, amüsiere mich redlich über all die Erlebnisse und erfreue mich der Anblicke der Freizeitsportler!

Doch nun, nachdem ich das Geschehen 10 Jahre beobachtet habe, will ich wissen, was dran ist. Was empfinden Menschen dabei, wenn sie ihren “Auslauf” im Park suchen? Warum machen sie es immer wieder? Stimmt diese wunderbare These, dass jeder das Laufen innerhalb kurzer Zeit “erlernen” kann, Fortschritte aufzuweisen hat und “süchtig” danach wird?

Ich stelle mich in den kommenden Wochen einem Selbtsversuch: Ich werde Laufen gehen. Ohne Trainer, ohne Pulsuhr, ohne Laufpartner. Dafür in einem Park, mit einer Stoppuhr und einer online-Plattform, an deren Trainingsplan ich mich zu halten versuche. Ich will wissen, ob ich auch laufen kann, ob dies irgendwelche Auswirkungen auf mein Gewicht und meine Ernährung hat. Ich will wissen, ob ich ebenfalls die gleichen Phrasen entwickeln werde, die ich zu genüge schon von anderen “Läufern” höre. Ich will wissen, ob ich das Laufen für mich als “Freizeitsport” entdecken kann.

In den kommenden Wochen werde ich hier also Zeugnis über meinen Fortschritt ablegen oder mein Scheitern dokumentieren. Wenn ich mein Trainingsziel erreichen sollte, dann habe ich 10 Wochen Training hinter mir und kann dreimal in einer Woche 30 Minuten Laufen gehen. Dann ist Herbst und es wird sich lohnen in Thermokleidung zu investieren.

Ich werde hier nach jeder abgeschlossenen Woche einen Beitrag veröffentlichen, der Stellung beziehen wird. Heute war Tag 1!

In diesem Sinne: Glück Lauf!

Hier die Chronologie:
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03
Aug
10

ein offener brief an die zeugen jehovas

Sehr geehrte Damen und Herren,

ich freue mich außerordentlich über Ihre Einladung zu dem Kongress „Wie kommt man Gott näher?“ vom 21.07. bis 25.07.2010 im Dortmunder Signal Iduna Park.

Ihrer Organisation, die alltäglich mit dem Vorwurf eine Sekte zu sein leben muss, tut einen großartigen Schritt, ihre Veranstaltungen in den Tempeln des Fußballs abzuhalten. Wo sonst liegt Glück und Schicksal, Pech und Verzweiflung, Ohnmacht und Geniestreich so nahe bei einander? An keinem Ort der Welt wird der Boden so intensiv von Schweiß und Tränen getränkt wie in den Stadien. Die Opferbereitschaft, die Selbstgeißelung und die musikalischen Höhepunkte dieser Gläubigen sind für Sie sicherlich ein anzustrebendes Ziel. Vielleicht sehen Sie sogar eine enge Bande oder gar religiöse Verwandtschaft.

Den göttlichen Beistand für die kommende Saison zu erbitten, werden in den kommenden Tagen zunehmend mehr Menschen auf sich nehmen. Viele Fans, ob jene in Leipzig, Braunschweig, Frankfurt, Hamburg, Stuttgart oder Nürnberg werden Ihnen sicherlich dankbar sein, dass Sie sich bereit erklären, die Tempel des Fußballs zu segnen!

Darüber hinaus stelle ich hocherfreut fest, dass Sie Ihren Mitgliedern und Pilgern sowie den Fans in den jeweiligen Stadien auch moderne und aufklärerische Inhalte mit an die Hand geben wollen. Wesentliche Fragen, wie Jehova die Familie festigen könne, müssen auch all wöchentlich am Mittagstisch der Familien der Fans diskutiert werden. Nur eine innere Überzeugung und das Wissen, dass der Fußball die Familienstruktur festigen kann, kann diese Opferbereitschaft von den Anhängern ermöglichen. Insbesondere freue ich mich, wie sie aufzeigen wollen, wie Jehova bei der Lösung von Alltagsproblemen behilflich ist. Auch hier lässt sich sicherlich eine enge Bande zwischen den Anhängern des Fußballs und ihrer Fangemeinschaft herstellen und großartige Weisheiten („Die Welt ist rund.“, „Eine Messe dauert 90 Minuten“, „Haste Sünde am Fuß, haste Sünde am Fuß“) austauschen und praktisch anwenden.

Aus diesen und zahlreichen weiteren Gründen nehme ich Ihre Einladung gerne an. Leider kann meine Teilnahme an diesem Event nicht ebenso kostenlos sein, wie das Ihrige. Ich denke, sie können dies ohne weiteres nachvollziehen! Daher gilt die folgende Preistabelle:

1 Tag: 500€
2 Tage: 1.000€
3 Tage: 1.250€.

Hinzu kommen noch die Verpflegungskosten, die pauschal mit 500€ abgegolten werden können, die Fahrtkosten sowie die Übernachtungskosten im Steigenberger Hotel Dortmund. Ich kann Ihnen gerne eine klassische Rechnung stellen, so dass Sie diese steuerlich absetzen können!
Voll Vorfreude auf den anstehenden Event verbleibe ich mit freundlichen Grüßen

Ihr

Platzebo

17
Jun
10

minderheiten

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16
Jun
10

Du hast keine Ahnung, wie Tusche funktioniert, oder? – Der Selbstversuch

Ich fasse zusammen: Ich bin davon überzeugt, dass Wimperntusche flüssig ist und daher ausläuft. Ich bin im Besitz eines 1,85€ teuren Wimperntuschfläschchen.

Ich öffnete diesen Flakon, wissend, dass ich nun maximal 6Monate Zeit hätte, ihn zu leeren. Aber das sollte eigentlich kein Problem sein, sollte er doch nur auslaufen. Am Ende des Stabes, den ich herauszog, befanden Lamellen, an denen die Farbe zu hängen schien. Jedoch schien die Wimperntusche nicht sehr qualitativ zu sein, zumindest begrüßte mich sofort ein Bröckelchen am Ende der Lammellen. Meinen ersten Reflex, sofort das Ding zu reklamieren, konnte ich dann doch noch unterdrücken. Habe ich doch bewusst den günstigsten genommen und wollte den nur auslaufen lassen. Kein Augenschminken oder sonstiges.
Ich suchte mir einen Karton. Möglichst fest sollte er sein, damit diese Masse nicht so schnell durch die Pappe läuft. Ich schüttelte die Wimperntusche wie eine frischgeöffnete Saftflasche und legte sie in den Karton. Was soll ich sagen? Nix passierte. Ich änderte den Winkel. Nix passierte. Ich steckte diesen Lammellenstab noch einmal rein und “pumpte” und wiederholte das Spektakel. Nix passierte. Ich hielt den Flakon senkrecht, im 45Grad Winkel, klopfte, schüttelte. Nix. Da regt sich nichts.
Den Karton kann ich noch einmal verwenden und ich habe eine ganze Flasche Wimperntusche rumstehen, die ich bis Weihnachten leer haben muss. Wenn die jemand haben will: Ich hau die gerne raus!

Bleibt mir am Ende nur einzugestehen: Ich habe keine Ahnung, wie Tusche funktioniert.

All den Lesern und Leserinnen will ich dann aber doch noch das dritte Video von Youtube andienen:

16
Jun
10

Du hast doch keine Ahnung, wie Tuscher funktioniert, oder? – Der Einkauf

Ich ging in einen Drogerieladen einer ziemlich großen Drogeriekette. Nach einigen Sekunden suchen, fand ich denn auch sofort jene Ecke, die ich benötigte: Schminkzubehör auf 10m Länge – mindestens. Das Ziel: “Kaufe Wimperntusche, die du zum Auslaufen bringst!” Dementsprechend beschäftigte ich mich einzig und allein mit dem Preis und entschied mich für ein Produkt für 1,85.
Auf Basis meiner zahlreichen und umfassenden Recherchearbeit habe ich festgestellt, dass es sittsam ist, den kompletten Produktnamen zu nennen. Hier nun also die Facts:
Hersteller: essence/cosnova
Produktname: magic design mascara
Umfang: 8ml
Zu Verbrauchen: mindestens 6Monate nach Öffnung.
Produktbeschreibung: “Für den ultimativen mehr-wimpern-look. augenärztlich bestätigt”

Mein Bauchgefühl sagt mir, dass es ein guter Kauf gewesen sein muss. Immerhin ist es ein schlichtes, in schwarz gehaltenes und mit silbernener Schrift bedrucktes Fläschchen (nennt man dieses Röhrchen so?). Zudem es eine geschwungene Form, die sicherlich als weiblich durchgehen könnte.

Zu Hause habe ich dann sofort das Informationsplus angezapft und die Website aufgerufen. Surfte mich schnell und unkompliziert zum Produkt selbst durch und klickte dann noch kurz die verschiedenen Versionen durch, bis ich meinen, meinen ganz eigenen, fast schon persönlichen Mascara gefunden habe. Die Produktinfo ist jedoch etwas mäßig gewesen:

für den ultimativen „mehr-wimpern-look”! verlängert die wimpern und lässt sie schön voll aussehen.
erhältlich in schwarz.

Also fix noch eben die Inhaltsstoffe heruntergeladen und als Sahne on top noch die Gefahren und Warnhinweise. Wer mag, kann diese Einsehen auf den schon verlinkten Seiten. Die Warnhinweise und Inhaltsstoffe in 32 bzw. 70 Seiten zu lesen, ist dann auch nicht so interessant. Ich will den Mascara ja schließlich nur auslaufen lassen.

Bleibt mir das gute Gewissen, dass für meinen Mascara, dessen stolzer Besitzer ich nun bin, kein Tier in einem Tierversuch leiden muss! Sagt zumindest die Produktinfoseite und suggeriert, dass das Unternehmen schon seit 1998 auf solche Versuche verzichtet.

Mit einem guten Gefühl kann ich also auf ein weiteres kleines Schminkvideo verweisen:

16
Jun
10

Du hast keine Ahnung, wie Tusche funktioniert, oder? – Der Prolog

“Du hast keine Ahnung, wie Tusche funktioniert, oder?” warf sie mir an den Kopf. Etwas konsterniert suchte ich die passenden Worte. Einfallen wollten sie mir nicht. Woher sollte ich das Wissen? Meine Schminkerfahrungen sind arg begrenzt. Ich erinnere mich, wie eine Schulkameradin mir tatsächlich einmal Wimperntusche aufgetragen hat. Überzeugt hat es mich nicht. Ich blieb bei meiner Ansicht, dass Wimperntusche flüssig ist und daher prima auslaufen kann.
In den kommenden Einträgen, werde ich daher versuchen herauszufinden, ob und unter welchen Umständen Wimperntusche ausläuft. Dabei steht vor allem die Frage im Raum, ob Wimperntusche/Mascara in einer Schublade auslaufen kann oder nicht.
Ich startete vor einigen Minuten eine Reise durch die unendlichen Weiten des digitalen Raumes. So unendlich dieser Raum auch ist, so schnell habe ich mich darin auch verloren. Noch jetzt bin ich etwas irritiert ob der zahlreichen Menschen, die toternst ein jede Frage beantworten; ob der Menschen, die Fragen beantworten, die niemals gestellt worden sind; ob der Menschen die verdammte Axt einfach darstellen, wie sie sich schminken. Spannend ist sicherlich auch, auf der Seite Beinggirl.at diverse Werbung von Allways und Alldays zu finden. Zumindest meine Assoziationkette zwischen Schminken und Menstruation der Frau war definitiv noch nicht zustande gekommen.
Doch bevor ich mich intensiv mit dem funktionieren von Mascara beschäftige, will ich einen kleinen Werbeblock schalten:

06
Mai
10

die macht der gewohnheit – ein theaterbesuch

“Morgen Augsburg” – der Ausspruch wird Programm und Erlösung für das Publikum, die Schauspieler und die Figuren des Stückes. So gekonnt inszeniert der Regiesseur Günther Beelitz “Die Macht der Gewohnheit” anhand einer Zirkustruppe. Sucht der jähzornige Direktor vollkommen verzweifelt sein Kolophonium hält ihm sein Jongleur ein Abwerbungsschreiben unter die Nase. Stolz träumt er von großen Auftritten in Frankreich, einer eigenen Show und letztlich die Abnabelung vom Trott des umherreisenden Zirkus.
Thomas Bernhard gelingt es die Absurditäten und Zwänge des Alltages in ein Theaterstück zu pressen und diese durch die Besonderheit einer Zirkus- Crew noch zu überheben. Sollten doch gerade sie in jeder neuen Stadt etwas Neues erleben, haben doch gerade sie die Chance zu einem steten Tapetenwechsel.
Doch hinter den Kulissen spielt sich der Alltag ab: Alltägliche Probe eines Schubertschen Stückes um die Konzentration und die Perfektion der Künstler aufrecht zu halten, so bildet es sich der alternde Direktor Caribaldi (gespielt von Andreas Weißert) ein, hilft dem Zirkus, sich selbst und insbesondere seiner Macht. Doch eigentlich hat er längst erkannt, dass die großen Momente seines Zirkus vorbei sind. Nur der Alltag, die Gewohnheit hindert ihn daran alles aufzugeben. Da hilft auch kein “Spaßmacher”, der seine Auftritte verpasst, ein Neffe, der von seinen wilden Tieren gebissen worden ist und nun selbst zu einem geworden ist, kein Jongleur, der vom Weltruhm träumt, seinen Direktor aber als Lehrmeister verehrt, und auch keine Tochter, die er – so scheints – in den Tod getrieben hat. Seine Aufgabe, Ziel oder Leidenschaft scheint sich allein in der Ausbildung seiner Enkelin (gespielt von Ulrike Beerbaum) zu konzentrieren. Artistische Perfektion und Konzentraion statt Literatur und Liebschaften sind sein Credo und setzt dieses ohne Gnade um.
Allen rettet tagtäglich nur die nächste Station. “Morgen Augsburg” ist der Hoffnungsschimmer und Drohkulisse zugleich. Was erwartet dort den Zirkus und seinen Mitgliedern? Wird es einen Arzt gegen Rheuma für den Direktor geben? Wird das Publikum kommen? Wird es etwas Neues geben?

Ein Stück, das den Zuschauer bewegen kann, die Macht der Gewohnheit zu durchbrechen. Zwänge des Alltages abzustreifen und sich nicht von einem eingefahrenen Team bestimmen zu lassen. Neue Wege zu gehen, Träume verwirklichen und loslassen können ist die Botschaft mit der das Publikum das Schauspiel verlässt. Es taucht selbst in den Alltag ein, findet sich den Charakteren wieder und freut sich diebisch auf Augsburg.

Mehr Kritik;
Ruhrnachrichten.de

19
Apr
10

Perlen des Wahlkampfes: OB, Dortmund, 2010

Der Dortmunder Wahlkampf zur Oberbürgermeisterwahl ist eigentlich ein Roman wert. Doch will ich mich beschränken auf eine Anekdote, auf ein Zitat, auf die Frage, wie privat ein Kandidat sich darstellen muss. Schon der Wesselmann mit Ulli Sierau und seiner Familie stellt für mich und meinen Vorstellungen ein Tabubruch dar. Dass der wesentliche Gegenkandidat mit seinem Konterfei und der blonden Tochter in seinem Rücken auf dem Flyer zu sehen ist, mag als Retourkutsche bewertet werden. Einladend wirkt zugleich der Datensatz, der mitgeliefert wird. Weiß ich doch nun, dass sie es bei facebook und xing ist, die so träumerisch auf dem Foto schaut.
Spannend sicherlich auch, dass man das selbe Foto vom Flyer auch bei ihm auf der Homepage findet, dort allerdings noch mit seiner Frau an der Seite, die auf dem Flyer unschön weggeschnitten ist. Es verbietet sich die Frage, nach dem “Warum” und unterlasse jegliche Interpretation.

DAS Highlight jedoch ist ein Teil des Textes, den es nach dem Aufschlagen des Folders zu lesen gibt:

„Poldi!!“, ruft Andre lautstark die Treppe runter, den Hörer in der Hand: „Poldi, schon wieder für dich!!!“ Draußen ist die erste Frühlingssonne schon untergegangen. „Geht nicht, räume auf“, schallt es von unten. „Ist dringend, dauert nicht lang!“ „Ok, ok, komme ja…“ Leicht genervt, dann doch gut gelaunt steigt der drahtige Mittfünfziger die Treppe hoch, in der Hand eine Flasche roter Landwein aus der Provence. Komisch verzweifelt streckt der fast 17jährige seinem Stiefvater den Hörer entgegen. Zwischen den beiden stimmt die Chemie. „Joachim Pohlmann, guten Abend. Schön, dass Sie anrufen…“

So geht’s zu im Hause Pohlmann, pardon, Becking-Pohlmann. Ein ganz normales Reihenhaus in Barop, kleiner Garten, ruhige Nachbarschaft. Im Hintergrund schimmert das Westfalenstadion. Telefon und Handy klingeln in einem Stück – Mitarbeiter, Mitstreiter, Freunde, alle wollen sich mit Pohlmann besprechen. Und der hat auch immer den richtigen Ton parat: „Lassen Sie sich keine grauen Haare wachsen“, sagt er in den Hörer hinein. Und alles lacht, trägt der zukünftige Oberbürgermeister doch selbst schon seit Jahren ein strahlend weißes, ganz und gar ungefärbtes Haupthaar durch Dortmund…

Quellwasser

Mensch, da weiß ich doch sofort, welcher Typ Mensch dieser Kandidat ist. Danke, Poldi!

13
Apr
10

Dortmunder Nordstadt: katastrophale Kennzahlen

Letzte Woche Zahlen aus der Lokalpresse zur Nordstadt:
62% besitzen einen Migrationshintergrund.
25,7% Arbeitslosigkeit
17.000 auf Geld nach SGB II angewiesen (von etwa 50.000)
340 von 1.000 Menschen beziehen Sozialleistungen. (gefolgt von Mengede, Eving, Scharnhorst mit werten zwischen 150-160)

Noch Fragen?

29
Mar
10

Prohibtion in Dortmund

Seit heute geistert ein Gespenst durch Dortmund: Die Prohibition. Das Trinken von Alkohol soll in Dortmund verboten werden. Was sich zunächst anhört wie ein schlechter Scherz, entnommen aus einer Simpsons- Folge, könnte nun Realität werden. Die Verwaltung hat in den vergangenen Wochen nach zahlreichen Einsparungsmöglichkeiten gesucht und viele neue Einnahmequellen aufgetan bzw. diese stärker zum Sprudeln gebracht. Nun aber gibt es mit dem Verbot von Alkohol einen neuen Vorstoß, der in eine gänzlich andere Richtung zielt. Durch die Möglichkeit ein Projekt einzurichten könne man, so die Idee, einige Hindernisse aus dem Wege räumen.
“Die Skandinavier haben vor vielen Jahren schon erkannt, dass durch den Konsum von Alkohol die Volkswirtschaft geschädigt wird. Leider ist die Alkoholsteuer nicht in Obhut der Kommunen,” kommentierte mir Sieglinde Schmidt den Vorstoß. Weiter berichtete sie davon, dass durch die Abstinenz von Alkohol große Summen eingespart werden könnten und langfristig eine gesündere Bevölkerung in Dortmund erreicht werden würde.
Durch die baldige Schließung von etwaigen Saufräumen, Einsparungen im Reinigungssektor und mittelfristig den Rückbau von Hilfeeinrichtungen könne eine ziemlich große Summe eingespart werden. Zudem gibt es erste Gespräche mit der Drogenbeauftragten, ob es Fördergelder geben könne. Hier ist insbesondere ein Zusammenspiel mit etwaigen EU- Fördermitteln denkbar. Wenn es nach dem Willen der Ideengeber ginge, so würden diese Gelder insbesondere für die ersten Monate eingesetzt, um die Prohibition im Dortmunder Stadtgebiet durchzusetzen. “Wir müssen entsprechend mehr Ordnungskräfte in der Stadt einsetzen und die wollen ebenfalls bezahlt werden,” ist dazu etwas lapidar aus dem Umfeld des Ordnungsamtes zu hören.
Ich sage nur: Erst die Raucher und Raucherinnen nun die Kneipengänger und Kneipengängerinnen. Ich bin entsetzt ob der Ideen die einige Politiker und Politikerinnen so entwickeln. Ich kann letztlich verstehen, dass es einen akuten Sparzwang für die Städte gibt. Jedoch darf eine Kommune doch niemals seine Attraktivität verlieren. Zu gut erinnere mich doch noch an die Rauchverbotsdiskussionen. Mit dem Alkoholverbot droht damit das Ende der Partyszene in Dortmund und zugleich das Aufblühen des Schwarzmarktes. Kann dies das Ziel einer seriösen Stadtpolitik sein?




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